Notfallseelsorge ist Dienst am Menschen in Notfällen und Krisensituationen. Notfallseelsorge hat zum Ziel, betroffenen Menschen und ihren Angehörigen zu helfen, den ersten Schock zu überwinden und mit der Verarbeitung des Geschehenen zu beginnen.
Die Notfallseelsorge im Bereich des Landkreises Sigmaringen wird "Notfallseelsorge im Landkreis Sigmaringen" genannt und mit dem bundesweiten Logo präsentiert. Die Notfallseelsorge ist in Form einer Arbeitsgemeinschaft organisiert. Teilnehmer dieser Arbeitsgemeinschaft sind die Dekanate der katholischen und evangelischen Kirche, Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei sowie der Landkreis Sigmaringen.
Organisatorisch ist die Notfallseelsorge im Landkreis Sigmaringen an die Feuerwehren angegliedert. Dies bedeutet, dass jede/r NotfallseelsorgerIn Mitglied der Feuerwehr als "Fachberater Seelsorge" in seinem/ihrem Wohnort ist. Die NotfallseelsorgerInnen unterstehen den Bestimmungen des Feuerwehrgesetzes. Über die Feuerwehr erfolgt der Versicherungsschutz im Einsatzfall als auch die Individualausstattung für die NotfallseelsorgerInnen.
Die AG Notfallseelsorge im Landkreis Sigmaringen besteht aus den Sektionen "Notfallseelsorge", "Einsatzkräfteschulung (EKS)" und "Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen (SbE-Team)".
In den Sektionen Einsatzkräfteschulung und SbE-Team sind neben NotfallseelsorgerInnen auch MitarbeiterInnen der einzelnen Rettungsorganisationen tätig. Diese sind in Ihre jeweilige Rettungsorganisation eingebunden und werden nicht zusätzlich Mitglied der Feuerwehr.
Die AG Notfallseelsorge ist Mitglied in der Bundesvereinigung SbE.e.V. und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Notfallseelsorger in den für das Gebiet des Landkreises zuständigen evangelischen Landeskirchen in Baden und in Württemberg sowie der Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Nähere Infos zur Notfallseelsorge finden Sie unter: www.nfs-sigmaringen.de.
Den Helfern helfen
- 06.07.2021 - Pfarrer Edwin Müller ist neuer Landesfeuerwehrseelsorger
Seine Ernennungsurkunde hat er vom Freiburger Erzbischof Stephan am 1. Juli 2021 erhalten. Sein Auftrag ist es, fachlich zu beraten, zu unterstützen und weiter zu entwickeln, um eine flächendeckende gute Seelsorge in den Feuerwehren zu ermöglichen. Die Stelle war zuvor mehrere Jahre unbesetzt gewesen.
20 Jahre Erfahrung in der Notfallseelsorge
Edwin Müller ist seit 20 Jahren in der Notfallseelsorge tätig. 2001 hat er im Rahmen der unteren Katastrophenschutzbehörden mitgewirkt, eine Notfallseelsorge im Landkreis Sigmaringen einzurichten, bei der auf Anforderung der Einsatzkräfte Seelsorge für Betroffene (Verletzte, Angehörige, Ersthelfer, etc.) geleistet wird.
2003 hat er dort eine Seelsorge für Einsatzkräfte aufgebaut, um sie nach besonders belastenden Ereignissen zu unterstützen. Die Notfallseelsorge Sigmaringen arbeitet dabei mit einem speziell ausgebildeten SbE-Team (SbE = Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) nach internationalen Standards, um Einsatzkräften aus unterschiedlichen Organisationen seelsorgerische Hilfe zu leisten.
Seit 2008 ist Pfarrer Edwin Müller als Beauftragter der Bistümer und Landeskirchen in Baden-Württemberg in der Führungsausbildung an der Landesfeuerwehrschule und an der Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes tätig. Dort schult er die Leiter der psychosozialen Notfallversorgung in Einsatzleitungen und Führungsstäben bei Großschadenslagen.
Seit 2018 ist er Mitglied im Ausbildungsteam für psychosoziale Ansprechpartner in der Feuerwehr an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Pfarrer Müller leitet weiterhin die Krankenhausseelsorge des SRH Klinikums in Sigmaringen und ist nach wie vor in Rufbereitschaft und selbst als Notfallseelsorger bei Einsätzen aktiv. „Die Mitarbeit an der Basis bleibt also“, bestätigt Edwin Müller.
Bundesverdienstkreuz
Edwin Müller wurde 1957 in Kenzingen geboren. Er studierte Theologie in Freiburg und Jerusalem und wurde 1984 zum Priester geweiht. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem als Religionslehrer und Jugendseelsorger in Sigmaringen wurde er 1995 Leiter der Krankenhausseelsorge in Sigmaringen und Pfarrer in Bingen. 2004 bis 2018 war Müller Leiter der Seelsorgeeinheit Heuberg in Stetten am kalten Markt. 2016 wurde er stellvertretender Dekan im Dekanat Sigmaringen-Messkirch. Im Juni 2021 hat ihn Erzbischof Stefan Burger für eine weitere Amtszeit zum stellvertretenden Dekan des Dekanates Sigmaringen-Messkirch ernannt. Für sein vielfältiges Engagement wurde Edwin Müller 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.